MUDRA grafik spacer Multimediapaket zur Österreichischen Gebaerdensprache spacer
Zusammenarbeit mit den Österreichischen Landesverbaenden
spacer
Produkte
ueber MUDRA
Bestellung
Online-Hilfe
Gebaerdensprache
spacer
Einfuehrung
Lesetexte
spacer
Stalzer
Holzinger
Braem
Hessmann
spacer
Ausfluege
spacer
Links
Downloads
Variationen in der Österreichischen Gebärdensprache
 
Dr. Daniel Holzinger
 
Dr. Daniel Holzinger ist promovierter Linguist. Er ist Mitarbeiter des Institutes für Sinnes- und Sprachneurologie — Gesundeszentrum für Gehörlose Linz. Gemeinsam mit Dr. Dotter arbeitete er am Projekt Linguistische Analyse der österreichischen Gebärdensprache.
 
    1. Dialekte
    2. Nationale Gebärdensprachen
    3. Mischsprachen und Register
    4. Generationsunterschiede
    5. Frage der Standardisierung
    6. Literatur
 
Sprachen sind keine festen, einheitlichen Gebilde. Jede Sprache bietet eine Fülle von Möglichkeiten, mehr oder weniger dasselbe auszudrücken. Eine Sprache ist nicht ein durch eine traditionelle Grammatik festgeschriebener Standard, sondern letztlich die Gesamtheit all ihrer Varietäten. Es sind vorwiegend soziale Umstände, die sich auf die Form der Sprache auswirken. Sprachen variieren in Abhängigkeit von
  - der Region (Dialekte)
  - Kontakten mit einer anderen Sprache/anderen Sprachen (Mischsprachen)
  - der Situation (Register)
  - dem Alter der Sprecher (Diachronie)
  - dem Geschlecht der Sprecher (Frauen- und Männersprache)
  - der sozialen Schicht (Soziolekte)
  - dem Beruf (Fachsprache)
  - ethnischer Zugehörigkeit etc.
 
 
1. Dialekte
Die Trennlinie zwischen eigenständiger Sprache und Dialekt ist oft keineswegs klar. Häufig wird davon ausgegangen, es handle sich um zwei Sprachen, wenn zwei Sprecher sich nicht mehr gegenseitig verständigen können. Wenn sie sich verstehen können, sprechen sie dieselbe Sprache. Viele Beispiele aus dem Lautsprachbereich zeigen, daß dieser Versuch einer Tren-nung häufig nicht mit der Realität übereinstimmt. So gibt es sehr ähnliche Dialekte beiderseits der holländisch-deutschen Grenze, und doch sagt man, die einen sprechen einen deutschen und die anderen einen holländischen Dialekt, d.h. es handelt sich um Varianten verschiedener Sprachen. Andererseits können sich Deutsche nahe der österreichischen und nahe der holländischen Grenze nicht oder kaum verstehen. Und doch werden beide der gleichen Sprache zugerechnet. Es wird klar, daß ein linguistisches Kriterium (gegenseitige Verständlichkeit) für die Unterscheidung zwischen Sprache und Dialekt nicht ausreicht, sondern politische und kulturelle Faktoren eine wesentliche Rolle spielen. Dies ist auch für die ÖGS festzuhalten. Obwohl die Dialekte der ÖGS (Österreichische Gebärdensprache) etwa in Tirol oder Salzburg sich nur unwesentlich von den bayrischen Varianten unterscheiden, ziehen es viele der Gehörlosen vor, nicht von einer gemeinsamen Gebärdensprache auszugehen. Sie grenzen viel-mehr die ÖGS von der DGS (Deutsche Gebärdensprache) ab. Die dialektale Variation der ÖGS ist noch weitgehend unerforscht. Bisher liegen lediglich Beobachtungen und Vergleiche von Einzelgebärden vor. Ein Faktor, welcher die Stärke der Abweichungen voneinander beeinflußt ist die geographische Trennung, z.B. durch die Alpenkette. Weiters scheinen die Gehörlosenschulen, wo die Gebärdensprache von Schulkollegen (oder in fernerer Vergangenheit teils auch von Lehrern) erlernt wurde, die dialektale Variation zu beeinflussen. In Österreich gibt es in fast jedem Bundesland eine solche Institution. Der Unterschied der Sprachform zwischen den einzelnen Gebärdendialekten betrifft nach bisherigen Beobachtungen vorwiegend die Gebärdenzeichen (Lexikon) und weniger das Sprachsystem (Regeln der Grammatik).
 
TOP
 
 
2. Nationale Gebärdensprachen
Probleme bei der Definition von Sprache und Dialekt wurden bereits oben angesprochen. Dies darf jedoch keineswegs zur Annahme verleiten, es gäbe letztlich nur eine internationale Gebärdensprache, die in verschiedenen nationalen/lokalen Ausprägungen exisitert. Mittlerweile liegen sprachwissenschaftliche Arbeiten zu mindestens 50 nationalen Gebärdensprachen (Wolkomir 1992) vor. Sie unterscheiden sich sowohl hinsichtlich ihrer Einzelgebärden als auch ihrer Systeme. Die (teilweise von den Gehörlosen selbst kolportierte ) Meinung, in Gebärdensprache könne man sich über nationale Grenzen hinweg problemlos unterhalten, hat teils belegbare Grundlagen, bedarf aber einer Erklärung: Treffen zwei Gehörlose verschiedener nationaler Gebärdensprachen (z.B. ASL (American Sign Language) und ÖGS) aufeinander, so ist tatsächlich Kommunikation in größerem Umfange möglich, als dies beim Kontakt eines Deutsch- und Englischsprechenden der Fall wäre:
 
 
•  Gebärdensprache kodiert Sachverhalte, die im Raum und in der Zeit ablaufen, auch in Raum und Zeit. Somit ist eine (im Vergleich zu Lautsprachen) stärkere Verbindung zwischen sprachlichem Ausdruck und der außersprachlichen Wirklichkeit gegeben. Die stärkere Bildhaftigkeit (Ikoniziät) der Gebärdensprache erleichtert das Verständnis.
•  Gehörlose beherrschen meist die Pantomime meisterhaft, sie setzten somit bei Nicht- verstehen verstärkt pantomimische Elemente ein.
•  In der direkten Kommunikation (in Gegensatz zur schriftlichen) besteht immer die Möglichkeit, sich zu vergewissern, ob der Gesprächspartner verstanden hat, d.h. gegebenenfalls zu wiederholen, vereinfachen, paraphrasieren etc.
•  Gewisse Gebärdensprachen sind historisch miteinander verwandt, wodurch -wie etwa auch im Falle verwandter Lautsprachen (z.B. romanische Sprachen)- gegenseitige Verständlichkeit in stärkerem Ausmaße gegeben ist. So ist sowohl die ÖGS als auch die ASL (American Sign Language) vom Gebärdensystem des franzöischen Abtes de l´Epée (um 1770) beeinflußt, welches zu Zwecken der schulischen Bildung gehörloser Kinder u.a. in Wien (,Wiener Schule") verbreitet wurde.
•  Schließlich ist festzustellen, daß die über nationale Gebärdensprachen hinweggehende Kommunikation Gehörloser sich durch stark reduzierte Leistungsfähigkeit auszeichnet (z.B. bzgl. Geschwindigkeit und Genauigkeit der Informationsübertragung oder thematischer Eingeschränktheit).

Bisher liegen erst wenige Vergleichsstudien nationaler Gebärdensprache vor (z.B. Woll 1984, zum Gebärdenschatz: Klima & Bellugi 1979)
 
TOP
 
 
3. Mischsprachen und Register
In der Vergangenheit der Gebärdensprachforschung wurde zur Behauptung der Eigenständigkeit von Gebärdensprachen ofmals deren völlige Unabhängigkeit (in Vokabular und Grammatik) von der sie umgebenden Lautsprache behauptet. Die primäre Sozialisation der meisten gehörlosen Kinder (ca. 90% haben hörende Eltern) in einer hörenden Familie, die Betonung der Lautsprache in der schulischen Erziehung und das alltägliche Leben innnerhalb einer hörenden Mehrheit schaffen eine Fülle von Kontakten von Laut- und Gebärdensprache. Dies führt dazu, daß in vielen Kontexten von den Gehörlosen selbst gebärdete Mischsysteme verwendet werden, die sich mehr oder weniger stark durch Elemente der Lautsprache und/oder der Gebärdensprache auszeichnen. Lautsprachbegleitende Gebärden (LBG) sind Visualisierungen der Struktur der Lautsprache mittels Gebärden, d.h. die lautsprachliche Äußerung wird Wort für Wort (oder gar unter Berücksichtigungen von Wortteilen) in Gebärden umgesetzt. Eine solche exakte ,Gebärdung" der Lautsprache ist aber sehr zeitaufwendig (und deshalb auch schwer zu verstehen) und wird somit sehr selten (abgesehen von Unterrichtszwecken z.B. zur Erklärung grammatischer Strukturen des Deutschen) verwendet. Üblicher sind Mischsysteme, die maximal für jedes Wort der Lautsprache eine Gebärde setzen und somit eine Fülle von (insbesondere grammatischer) Information der Lautsprache unausgedrückt lassen. Es ist bekannt, daß Lerner einer Fremdsprache oft in den Frühphasen des Lernprozesses im grammatischen System ihrer Erstsprache verharren. So findet man LBG-nahe Systeme anfangs bei vielen Hörenden, welche die Gebärdensprache erlernen. Wann aber setzen Gehörlose selbst diese Mischsysteme ein? Drei Faktoren erscheinen maßgebend:
  - Wer gebärdet mit wem?
  - In welcher Situation wird gebärdet?
  - Über welche Themen wird gebärdet?
Die Situationsabhängigkeit des sprachlichen Ausdrucks wird auch als "Register" bezeichnet. D.h. eine Sprache hat konventionalsierte Ausdrucks-formen in bestimmten Kontexten, z.B. in einer Schulklasse, bei einem öffentlichen Vortrag, einer Predigt, mit Kindern, mit Ausländern etc. In der Gebärdenkommunikation mit Hörenden setzen gehörlose Personen meist ein Mischsystem ein, das je nach Einschätzung bzw. Beurteilung der Gebärdensprachkompetenz des Gegenübers mehr Elemente der Gebärden-sprache oder der Lautsprache enthält. Die Verwendung von Mischsystemen (LBG-nahe) kann mit der Absicht erfolgen, dem Hörenden die Kommunikation zu erleichtern aber auch, ihm die letzten sprachlichen Feinheiten und Einblicke und somit das volle Verstehen und den Zugang zur Gehörlosengemeinschaft zu verwehren. (Markowicz & Woodward 1982). Auch gehörlose "Spätlerner" der Gebärdensprache, die einen lautsprach-orientierten Bildungsweg gegangen sind, tendieren zu einer Mischsprache. Ein Großteil der gehörlosen Menschen in Österreich ist mit der Meinung aufgewachsen, ihre Gebärden wären minderwertig, keine vollwertige Sprache, lediglich ein "Fuchteln mit Händen und Armen", in der Öffentlichkeit auf Grund der starken Körperlichkeit peinlich, eine kaputte Form der Lautsprache, die über einen nur kleinen Teil ihrer Ausdrucksmöglichkeiten und ihrer strukturellen Komplexität verfügt etc. Von daher ist nicht verwunderlich, daß sich bei manchen Gehörlosen die Haltung eingeprägt hat, daß man sich zumindest in gewissen eher formellen Registern (Öffentlichkeit, feierliche Anlässe etc.) LBG-näher und somit näher an der "schönen, korrekten, komplexen" Standardsprache mit ihrem hohen Prestige ausdrücken sollte. So wird in formellen Situationen, selbst wenn kein Hörender anwesend ist, auch Mischsprache eingesetzt. Schließlich bleibt zu erwähnen, daß selbst das Thema, z.B. fachsprachliche oder eher akademische Themen, oftmals eine stärkere Lautsprachnähe der Grammatik der Gebärden mit sich bringt. In der gegenwärtigen Situation schreitet in Österreich unter den Gehörlosen der Prozeß der Bewußtwerdung ihres "Deutens" als eigenständiger und vollwertiger Sprache, deren man sich nicht zu schämen braucht und mit zunehmendem Selbstbewußtsein auch die Abgrenzung von Gebärdensprachen und Mischsystemen voran. Dieser Prozeß sollte auf natürliche Weise vor sich gehen dürfen und nicht durch eine Diskriminierung von eher LBG-orientierten Gehörlosen deren Gefühl der Zugehörigkeit zur Gehörlosenkultur gefährden. Zur Registervariation in der ASL liegt eine Studie vor (Zimmer 1989), welche die Sprachform in formellen und informellen Situationen vergleicht. In formellen Registern wird ein größerer Gebärdenraum verwendet, die Bewegungen sind langsamer und länger, die Körperbewegungen betonter - oftmals bewegt sich der ganze Körper-, Assimilationen (gegenseitige Anpassung der Gebärden) sind selten. Es werden häufig Konjunktionen (und, dann...) verwendet, mehr rhetorische Fragen und weniger Topikalisierungen als in informellen Registern.
 
TOP
 
 
4. Generationsunterschiede
Wie alle natürlichen Sprachen, befindet sich auch die ÖGS in einem steten Wandel. Die Veränderung der Umwelt und der Bedürfnisse und Interessen der Gehörlosen, die Kontake mit anderen Sprachen (Laut- und Gebärdensprachen), das Erlernen von oft idiosynkratischen Gebärdenystemen in den Gehörlosenschulen sind einige der ursächlichen Faktoren. Somit findet man in der ÖGS zwischen älteren und jüngeren Sprechern oftmals beträchtliche Unterschiede. Andere spezielle Benutzergruppen mit eigenen Gebärdensprachvarietäten sind z.B. Frauen/Männer, auch Untersuchungen zur Gebärdensprache homosexueller Gehörloser in den USA liegen vor. Der oftmals von Gebärdensprachkritikern angeführten Kritik, die Gebärdensprache verfüge nicht über ausreichend Vokabular in Fachbereichen ist zu entgegnen, daß dies eine Folge der bisher weitestgehenden Eliminierung der Gebärdensprachen aus ebendiesen Bereichen ist. Sobald jedoch gehörlosen Menschen der Zugang zu Fachbereichen (z.B. Medizin, Psychologie, Linguistik, technische Berufe, Informatik etc.) ermöglicht wird, entstehen - wie eine Reihe von Fachgebärdenlexika nationaler Gebärdensprachen belegen - rasch die nötigen Fachgebärden.
 
TOP
 
 
5. Frage der Standardisierung
Immer wieder wird -üblicherweise von hörenden Personen- der Wunsch nach einer größeren Vereinheitlichung/Standardisierung der Gebärdensprache geäußert. Von der Politik wird die Schaffung einer solchen verbindlichen Norm gar zur Voraussetzung für die politische Anerkennung der ÖGS gemacht. Dieser Wunsch erscheint durchaus verständlich, da für eine hörende Person die Fülle von Varianten das Erlernen der Gebärdensprache (insbesondere das Verstehen) erschwert. Die Vorschläge zur Realisierung dieser ersehnten Standardisierung verweisen jedoch häufig auf ein Verkennen der starken Verbindung zwischen Dialekt und der Kultur seiner Sprecher. So wird häufig für die Einsetzung eines Standardisierungskomitees (vielleicht auch noch mit wissenschaftlicher hörender Leitung) plädiert, welches Ordnung in das "Chaos" bringen soll. Sollte nun ein solches Komitee in Übereinkunft seiner Mitglieder zu einer standardisierten ÖGS kommen, wäre das eine Kunstsprache, mit der sich kein Gehörloser identifizieren könnte, eine Form, die nirgends vor Ort von Gehörlosen wirklich verwendet wird. Wie Erfahrungen aus den skandinvischen Ländern zeigen, scheiterten Versuche der Schaffung eines gar länderübergreifenden "Skandinavischen Wörterbuchs". Die standardisierte Kunstform wurde von den Gehörlosen nicht übernommen. Sie sahen darin keinen Vorteil, zumal die Kommunikation unter ihnen ohnehin auch ohne diesen "Standard" möglich war. Sprachplanerische Prozesse dieser Art, d.h. die Veränderung des lebendigen und funktionierenden Systems der Sprache durch die Schaffung eines gemeinsamen Gebärdenlexikons (Wörterbuchs) sind nicht erfolgreich. Wie aber kann Standardisierung von Sprachen erfolgen? Wie heute insbesondere in Kontinten wie Afrika oder Südamerika zu beobachten, bekommt häufig ein Dialekt einer Sprache besondere Bedeutung innerhalb der Gesamtgesellschaft. Dies kann der Dialekt eines politischen Zentrums sein, der Dialekt, der über die Medien starke Verbreitung findet, der in zentralen Bildungseinrichtungen verwendet wird, der die meisten Sprecher hat etc. Auch im Gebärdensprachbereich wurde die Erfahrung gemacht, daß sich Varianten z.B. der Region eines wichtigen kulturellen Zentrums für Gehörlose, nationaler Ausbildungseinrichtungen (z.B. Gallaudet in Washington, D.C.) oder von Gebärdenlexika (die die tatsächlich verwendeten Gebärden erfassen) oder Kursmaterialien auf natürliche Weise langsam zu einem für alle Gehörlosen eines Landes gut verständlichen und akzeptierten Standard entwickeln. Wie im deutschen Sprachraum die Standardisierung des Hochdeutschen durch Luthers Bibelübersetzung und deren schnelle Verbreitung durch die Entwicklungen der Buchdruckerkunst maßgeblich beeinflußt wurde, so sind im Gebärensprachbereich Fernsehsendungen für Gehörlose wohl als die stärksten Mittel einer organischen Standardisierung zu sehen. Dennoch wird von Medien oftmal in zeitlich umgekehrter Weise argumentiert, d.h. ein fester Standard wird als Voraussetzung für die Einrichtung einer Gehörlosensendung gesehen. Warum verstehen sich die Gehörlosen trotz dieser Fülle von Varietäten? Die obigen Ausführungen lassen uns aufgrund der speziellen Situation und Geschichte der Gehörlosen und ihrer Gebärdensprache für die ÖGS eine stärkere Variationsbreite als für das österreichische Deutsch annehmen. Wie läßt sich nun erklären, daß die Gehörlosen dennoch österreichweit und quer durch die besprochenen Varietäten auf hohem Niveau kommunizieren können? Heßmann (1996) nennt die Direktheit der Gebärdensprachkommunikation (von Person zur Person) wodurch stets das gegenseitige Verständnis hinterfragt und Einverständnis hergestellt werden kann, wie es in der Schriftsprache nicht möglich wäre. Weiters verweist Heßmann auf das Mundbild als die Möglichkeit der Übermittlung von Inhal-ten, wenn Gebärden nicht gegenseitig verständlich sind. Das Mundbild ist die lautlos gesprochene Form des (an den Lippen sichtbaren Teils des) deutschen Wortes. Schließlich kann die größere Bildhaftigkeit der Gebärdensprache die Kommunikation über einzelne Varietäten hinweg erleichtern. Die gehörlosen Menschen in Österreich stellen eine kleine Minderheit dar, welche in starkem Maße auch überregional soziale Kontakte pflegt. Auch durch diese Kontakte läßt sich die gute Kommunikation auch mit Sprechern anderer regionalen Varietäten erklären.
 
TOP
 
 
6. Literatur
•  Boyes Braem, P. (1990):
Einführung in die Gebärdensprache und ihre Erforschung, Hamburg, Signum Verlag
 
•  Cokely D. (1983):
When is a Pidgin not a Pidgin? An Alternate Analysis of the ASL-English Contact Situation. In Sign Language Studies 38:1-24.
 
•  Heßmann, J. (1996):
Ordnung und Chaos - wie einheitlich muß Gebärdensprache sein. In Österreichische Gehörlosenzeitung 3:6-10.
 
•  Klima, E.S./ Bellugi, U. (1979):
The Signs of Language. Cambridge Massachusetts: Harvard University Press.
 
•  Markowicz, H./Woodward J. (1982):
Language and the maintenance of ethnic boundaries in the Deaf community. In J. Woodward (Hrsg.) How You Gonna Get to Heaven If You Can´t Talk with Jesus; On Depathologizing Deafness. Silver Spring, Md.: T.J. Publishers.
 
•  Reilly J./McIntire M.L. (1980):
American Sign Language and Pidgin Sign English: What´s the Difference? In Sign Language Studies 27:151-192.
 
•  Wolkomir, R. (1992):
American Sign Language: it´s not mouth stuff, it´s brain stuff. In Smithsonian, July 1992:30-41.
 
•  Woll. B. (1984):
The comparative study of different sign language: Preliminary analyses. In F. Loncke, P. Boyes Braem & Y. Lebrun (Hrsg.) Recent Research on European Sign Languages. Swets et Zeitlinger.
 
•  Zimmer, J. (1989):
Towards a Description of Register Variation in American Sign Language. In C. Lucas (Hrsg.) The Sociolinguistics of the Deaf Community. New York: Academic Press.
 
TOP